„Viele Freudentränen in vielen Augen“

Mit der feierlichen Eröffnung des Kinderheims Fujinosono im japanischen Ichinoseki fand Ende Juni 2013 eine beeindruckende Erfolgsgeschichte ihr vorläufiges Ende, die mit dem schrecklichen Erdbeben und dem Tsunami im März 2011 ihren traurigen Beginn hatte. Initiiert von der Paul Lange & Co. OHG und im weiteren Verlauf unter dem Motto „Fahrrad hilft" vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und weiteren Teilen der deutschen Fahrradbranche mitgetragen, konnten den Maltesern über 130.000 Euro für den Neubau eines sicheren Kinderheims zur Verfügung gestellt werden.

 

„Der bewegendste Eindruck war sicherlich, 60 glückliche Kinder zu sehen, die jetzt in einem wunderschönen Heim endlich ein neues Zuhause haben, Sicherheit und Geborgenheit empfinden“, schildert Bernhard Lange seine Erfahrungen. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Paul Lange & Co. OHG, der selbst 18 Monate in Japan lebte, war sich nach dem verheerenden Unglück im März 2011 sofort sicher, dort ganz konkret helfen zu wollen. Vom ersten Moment an war die Unterstützung des Kinderheims Fujinosono eine ganz persönliche Herzensangelegenheit und so ließ er es sich auch nicht nehmen, eigens zur Eröffnung Ende Juni nach Japan zu reisen. „Wenngleich die Erdbebenschäden im Landesinneren im Gegensatz zu den Zerstörungen durch den Tsunami an der Küste heute weitgehend behoben sind, kann man nach wie vor überall erkennen, welche unvorstellbaren Schäden die Naturkatastrophe angerichtet hat. Und immer noch gibt es Familien, die in Wellblechverschlägen leben, weil ihre Häuser vernichtet wurden. Dass es mit der Spendenaktion der Malteser gelungen ist, vor allem den Schwächsten und Bedürftigsten, den Heimkindern, jetzt ein neues Zuhause zu geben, macht mich einfach glücklich“, so Lange.

Der Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes, Edmund Baur, sagte während seines gemeinsamen Besuchs des Kinderheims mit Bernhard Lange: „Ich bin froh und dankbar, dass in nur zwei Jahren dieses Gemeinschaftswerk verwirklicht werden konnte. Ohne die Unterstützung von Paul Lange & Co. sowie der Zweirad-Industrie wäre das nicht möglich gewesen. Vergelt’s Gott!“Die Dankbarkeit der Kinder, der Betreuer und sogar der Bevölkerung, mit denen Baur in Japan sprach, sei bewegend. 

Bereits kurze Zeit nach dem Erdbeben nahm das Unternehmen Kontakt zu den Maltesern auf, die das Hilfsprojekt für Fujinosono ins Leben gerufen hatten. Spendenkonten wurden eingerichtet, Informationen ausgetauscht, der Zweirad-Industrie-Verband mit ins Boot genommen, sodass Bernhard Lange und ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger schließlich bei einer Gala im Rahmen der Eurobike 2011 einen ersten Scheck über 100.000 Euro an Malteser-Vizepräsident Edmund Baur übergeben konnten. „Dass sich weite Teile der deutschen Fahrradindustrie so solidarisch hinter diese Aktion gestellt haben, hat mich sehr beeindruckt und auch stolz gemacht“, sagt Bernhard Lange rückblickend. „Dass das Kinderheim jetzt eröffnet werden konnte, dass 60 junge Menschen, denen das Leben schon vor dem Tsunami übel mitgespielt hatte, wieder die Chance haben, in einem geordneten Umfeld ihr Leid zu verarbeiten und Glück, Geborgenheit und Zuversicht zu empfinden, wurde nicht zuletzt durch diese Solidarität möglich.“ Eine aufrichtige Dankbarkeit, den festen Willen, den Blick nach vorn und nicht mehr zurück auf die vergangenen, schweren Jahre zu richten, die Gewissheit, nach monatelanger schwieriger Unterbringung in Turnhallen und Übergangsquartieren nun die neuen Räume beziehen zu können, all das, schildert Bernhard Lange, seien Empfindungen gewesen, die man den Kindern, aber auch den Betreuern unter der Leitung von Sr. Caelina Mauer, deutlich anmerken konnte. Und die im Moment der feierlichen Eröffnung kulminierten: „Da waren viele Freudentränen in vielen Augen.“