MICHAEL TEUBER

Nach einem Autounfall im Jahr 1987 ist Michael Teuber inkomplett, aber irreversibel querschnittgelähmt. Nach 3 Jahren im Rollstuhl hat er sich mit großem Willen und hartem Training zurück in ein mobiles Leben gekämpft und bestreitet seit 1994 Radrennen.  

Seit 1998 hat Michael Teuber im Paracycling 18 Weltmeistertitel auf Straße und Bahn gewonnen, 9 Bahn-Weltrekorde erzielt und 3 Siege bei den World Games of Mountainbike errungen. Nach einem komplizierten Beinbruch im September 2014 schaffte Michael Teuber nur 11 Monate später mit der Verteidigung seines WM-Titels im Einzelzeitfahren das Comeback.

Herausragende Erfolge bei seinen fünf Paralympics-Teilnahmen feierte Teuber als Doppelsieger von Athen 2004 auf Bahn und Straße, in Peking 2008, wo er nach großem Kampf den Sieg im Einzelzeitfahren wiederholte und dazu Silber auf der Bahn gewann, sowie in London 2012 mit dem dritten Sieg im Einzelzeitfahren.
2016 gelang Teuber in Rio de Janeiro mit seinem fünften Gold das Kunststück, den vierten Paralympicssieg in Folge im Einzelzeitfahren zu erringen, das gelang vor ihm noch keinem.

2005, 2008 und 2012 und 2016 wurde Michael Teuber vom Bundespräsidenten mit dem silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet und 2005 sowie 2009 zum Behindertensportler des Jahres in Deutschland gewählt. 2007 erhielt er den bayerischen Sportpreis.

Seit 2011 ist Michael Teuber nach dem Erwerb der A-Trainer-Lizenz Landestrainer Paracycling im Behinderten Sportverband Bayern, wo er seine umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen an die nächste Sportlergeneration weitergibt.

2016 ist Teubers Autobiografie „Aus Eigener Kraft“ erschienen, in der er neben der offenen Schilderung seines steinigen Wegs vom Rollstuhl aufs Rennrad aktuelle gesellschaftliche Themen in Bezug auf Gleichstellung und Inklusion sowie des Sports kritisch aufgreift.

Neben seinen sportlichen Erfolgen ist Michael Teuber auch gesellschaftlich sehr engagiert. Er unterstützt karitative Projekte, zuletzt als Schirmherr des Laureus-Projekts „Mit Pferden stark machen“. 2009 wurde Teuber mit dem Preis des Bundesinnenministers für Toleranz und Fairplay im Sport für sein Engagement ausgezeichnet.

Bereits 2008 hat Michael Teuber mit der Non-Stop Besteigung des 3.718 Meter hohen El Teide unter dem Motto „Leistung. Fairplay. Miteinander.“ ein bislang einzigartiges Benefizprojekt zu Gunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe durchgeführt und fast 20.000 EUR zur Förderung der nächsten Sportlergeneration zurückgezahlt. Im Jahr 2010 hat Teuber gemeinsam mit Tennislegende Martina Navratilova den 5.895 Meter hohen Kilimanjaro bestiegen. Im Rahmen dieses Projekts wurden ca. 100.000 EUR für die sozialen Sportprojekte der Laureus Sport for Good Stiftung gesammelt. Zuletzt hat er als erster Mensch mit einer Querschnittslähmung den 6.310 Meter hohen Chimborazo bestiegen.

Neben der Generierung von Spenden für soziale Zwecke zeigte Teuber mit den Berg-Projekten symbolisch, dass auch schwierigste Lebensphasen mit Mut, Willen und Durchhaltevermögen gemeistert werden können. Das macht ihn zum Vorbild weit über den Sport hinaus.

Michael Teuber holt Gold in Rio

Nach 2004, 2008 und 2012 siegte Teuber in Rio 2016 zum vierten Mal im Zeitfahren. Er gewann in der Klasse C1 mit 27:53,98 Minuten und deutlichem Vorsprung vor dem Kanadier Ross Wilson (28:47,34 Minuten).

In Summe kommt er nun auf sechs olympische Medaillen. Die ersten zwei Goldmedaillen holte er 2004 auf Straße und Bahn. 2008 folgten die nächsten zwei Medaillen: Silber im Verfolgungsrennen auf der Bahn und Gold im Zeitfahren. In seiner Paradedisziplin, dem Zeitfahren, holte er 2012 und 2016 seine zwei weiteren Goldmedaillen.

 

Fotos by Christian Teuber