Strassenrennsport:

09.04.2008

Team Volksbank

Die „Ländle“-Erfolgsstory

Im Jahr 1999 begann im äußersten Westen Österreichs, im Bundesland Vorarlberg, eine Erfolgsgeschichte, die im Jahr 2007 mit der erfolgreichen Teilnahme als Professional Continental Team an einer der vier größten Rundfahrten der Welt, der Tour de Suisse, gipfeln sollte: die Geschichte des Team Volksbank.
Hier nämlich wurde der Entschluss gefasst, ein Vorarlberger Eliteteam zu gründen, um damit die Radsport-Landschaft Österreichs – oder zumindest die des "Ländles" – etwas aufzuheitern, und vornehmlich, um jungen Talenten eine Chance und eine Basis für die Zukunft zu geben.


2000 und 2001 etablierte sich die Volksbank-Truppe zu einem fixen Bestandteil der österreichischen Radsportszene. Mit der treuen Unterstützung der Volksbank als Hauptsponsor wagte man sich in immer höhere Sphären und unternahm nach ersten Erfolgen im U23- und Elite-Bereich 2002 den Sprung ins GS3-Lager. Beim Saisonhöhepunkt, der Österreich-Rundfahrt, feierte das junge Team Volksbank mit dem Gewinn von Berg- und Sprinttrikot einen der größten Erfolge des Jahres. Mit Hilfe von zwei Volksbank-Tugenden – Engagement und Teamgeist – feierte die Mannschaft dann 2003 laufend internationale Erfolge und holte den zweiten Gesamtrang bei der Österreich-Rundfahrt. Die Karten in der heimischen Szene waren neu gemischt – die Vormachtstellung des bislang vorherrschenden Elk Haus-Teams gebrochen.


2004 setzte Neuzugang René Weissinger den Erfolgslauf nicht nur bei der Bayern-Rundfahrt fort, Pascal Hungerbühler gewann das UCI-Rennen "Rund um den Flughafen Köln-Bonn" und Vorarlberg-Heimkehrer Harald Morscher holte sensationell den Staatsmeistertitel. Vier Siege im Österreichischen Cup sowie zwei Etappensiege bei der Tour de Taiwan von Weissinger komplettierten eine eindrucksvolle Ergebnissammlung. Die Mannschaft beendete das Jahr als Nummer 7 unter 76 GS3-Teams.
Auch 2005 konnte man das hohe Niveau halten: Weissinger gewann früh in der Saison das UCI-Rennen "Berner Rundfahrt", besonders auf nationaler Ebene zeigte sich die Mannschaft erfolgreich und dominierte nach Anlaufschwierigkeiten die heimischen Bewerbe.
Zur Saison 2006 nahm man das bis dahin größte Projekt in der Geschichte des Teams in Angriff: die Mission "Professional Continental Team". Die Volksbank erwies sich einmal mehr als wichtiger Rückhalt des Projekts Radteam. Dank ihrer Unterstützung und der einer Reihe anderer und neuer Sponsoren wurde ein solider Kader rund um den amtierenden Österreichischen Straßenmeister Gerrit Glomser mit jungen heimischen Talenten und arrivierten Profis aufgebaut. Es war eine neue Herausforderung für die Vorarlberger Mannschaft, die nun vor allem international gefordert war. Langsam tastete sich das junge Team an die Spitze heran, agierte beim ProTour-Debüt bei der Deutschland-Tour kämpferisch und aktiv. Doch das Team bezahlte Lehrgeld, womit im ersten Profijahr gerechnet werden musste.
Umso besser gewappnet ging das Team Volksbank in das Jahr 2007, das schwierigste Jahr in der Geschichte des Radsports. Die immer dringender werdende Dopingdiskussion stellte den Sport auf eine Bewährungsprobe. Auch für das Team Volksbank war es ein Jahr, das beitrug zur Reifung der Mannschaft, die sich trotz ein paar Fehleinkäufen und Ausfällen stark als Einheit präsentierte.


Neben der Deutschland-Tour hatte das Team Volksbank als einziges Professional Continental Team eine Wildcard zur viertgrößten Rundfahrt der Welt, der Tour de Suisse, erhalten und bestritt diese nicht etwa als Mitläufer, sondern prägte den Rennverlauf entscheidend mit. Fast kein Fluchtkilometer wurde ohne österreichische Beteiligung abgespult. Gerrit Glomser verpasste in Crans-Montana knapp den Etappensieg und klassierte sich als Gesamt-Achter. Florian Stalder gewann das Trikot des besten Sprinters. Mit einem Etappensieg bei der Österreich-Rundfahrt durch Glomser gelang dem Team in dieser Saison ein weiteres internationales Spitzenresultat.
Auch für 2008 gelang es der Mannschaft wieder, einen großen – wenn nicht den bislang größten – Schritt nach vorne in Sachen Professionalität und Arbeit hinter den Kulissen zu machen. Nach einer schwierigen Saison steht aber ein Auftrag ganz oben: mit solider und seriöser Arbeit die Glaubwürdigkeit des Radsports zurückzugewinnen.

http://www.team-volksbank.com/