Hanka Kupfernagel

Name: Hanka Kupfernagel
Geburtsdatum: 19.03.
Größe: 175 cm
Gewicht: 64 kg
Beruf: Profisportler seit 1993
Disziplin
Radcross, Strasse, MTB
Größte Erfolge
- Olympia Silber in Syndey 2000
- 4x Weltmeisterin Radcross 2000-2008
- 1x Weltmeister Zeitfahren Strasse in Stuttgart 2007
Ziele für die Saison 2011
Top 5 im Einzelzeitfahren bei der WM in Dänemark
Allgemeine Ziele
- Olympia 2012
- den Frauenradsport in Deutschland weiter voranbringen
Philosophie/Motto
Manchmal muss man das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Statement zu den Komponenten
Shimanos Di2 Gruppe habe ich erst richtig zu schätzen gelernt, als ich das erste Crossrennen damit gefahren bin. Die Schaltung ist absolut zuverlässig, schnell und präzise. Das bringt mir grade bei den häufigen Schaltvorgängen im Cross einen nicht zu unterschätzenden Vorteil.
Kurzes Eigen-Portrait
Mit 11 Jahren im Herbst / Winter ‘85 hat alles angefangen. Am Wochenende nahm sie an Crossläufen teil, dabei kam Hanka Kupfernagel regelmäßig aufs Treppchen. Ebenso bei den Straßenrennen im Sommer. In einer Sportschule wurden nur die besten Sportler aufgenommen. „Ich war eine der Besten“, sagt sie. Mit 13 kam sie nach Gera, wo Boxer und Radsportler untergebracht waren. „Das war eine richtig tolle Zeit, das war wie Dauerferienlager“, sagt sie, „klar, war auch Druck da, aber den haben wir damals noch nicht so gespürt.“ Auf allgemeine Athletik wurde im täglichen Training der Sportschule viel
Wert gelegt, ebenso auf eine möglichst breite Radausbildung. „Wir waren auf der Bahn, Straße und im Winter mit Crossreifen auch schon im Gelände“, erzählt sie, „davon profitiere ich heute noch, deshalb bin ich so vielseitig.“
Hanka Kupfernagel zählt zu den wenigen Radsportlerinnen, die alles können. Und überall ganz vorne mitfahren. Sie zählt auf Bahn, Straße und im Gelände zur Weltspitze. 2007 hat sie jedes Einzelzeitfahren gewonnen, an dem sie teilnahm. Und konnte auch auf dem Mountainbike den Deutschen Meistertitel holen. Deutsche Meistertitel hat sie in den Jahren kontinuierlich gesammelt: mindestens 1 Titel pro Jahr zwischen 1993 und 2011.1995 konnte sie 5mal Deutsche Meisterin werden – ein Rekord den wohl kein anderer Radsportler so schnell brechen kann.
Vielseitigkeit ist im Zeitalter der Spezialisierung ein bemerkenswertes Etikett, hat aber auch seine Tücken. Hanka Kupfernagel hat das zu spüren bekommen. 2004, die Olympischen Spiele in Athen lockten, der Bund Deutscher Radfahrer machte ihr die 3000-Meter-Einzelverfolgung auf der Bahn schmackhaft. Sie war willens, die Herausforderung anzunehmen, denn Nein zu sagen hat sie als Sportlerin nicht gelernt. Der Verband organisierte eine interne Olympia-Qualifikation – drei Tage vor der Cross-Weltmeisterschaft in Frankreich. Hanka Kupfernagel wollte beides, das Olympiaticket und den WM-Titel. Sie gewann die interne Ausscheidung, drei Tage später in Pont Chateau belegte sie aber nur den dritten Platz. Zuvor hatte sie jedes bedeutende Crossrennen im Winter 2003/2004 gewonnen, sie war die große WM-Favoritin. Rang drei war deshalb unbefriedigend. Ihre Enttäuschung sollte noch zunehmen, denn der deutsche Verband ließ sie anschließend fallen wie eine heiße Kartoffel. Als sie bei der Bahnrad-WM krank antrat und nicht die erwartete Leistung brachte,
wurde sie nicht für die Olympischen Spiele in Athen nominiert. „Wenn dir so mitgespielt wird, wenn du so wenig Rückendeckung vom Verband spürst und so viel Ungerechtigkeit, dann macht dich das als Sportler kaputt“, sagt Mike Kluge. Hanka Kupfernagel hat es kaputt gemacht. Nicht von einem Tag auf den anderen, nein, es war ein schleichender Prozess. Sie spricht von einem „Knick“ im Sommer 2004 und davon, dass sie für St. Wendel gerade noch einmal die Kurve bekommen hat. Im Januar 2005 wurde sie dort Cross-Weltmeisterin. Aber im Trainingslager im Frühjahr habe sie sie schon gespürt, die unglaubliche Leere, die Müdigkeit, Verursacht durch viele Wettkämpfe im Sommer und Winter, zu kurze Erholungsphasen, Erfolge und Enttäuschungen und wenig Zeit, all dies zu verarbeiten. Burn-Out-Syndrom!
Aber Hanka ist nicht nur eine Kämpferin im Rennsattel – sie kam auch aus dieser schwierigen Phase heraus und krönte 1,5 Jahre später mit dem WM Titel in Stuttgart ihre Laufbahn. Im darauf folgenden Januar 2008 holte sie sich ihren 4. Crosstitel im italienischen Treviso. Stoff genug, um ein dickes Buch zu schreiben und nach Hankas Wünschen soll darin auch die Olympiade 2012 in London vorkommen …


